Ganzheitliche Zahnsanierung: Ein systematischer Leitfaden zur Planung
Eine erfolgreiche Gesamtsanierung steht und fällt mit einer akribischen radiologischen Analyse. Mein Vorgehen folgt dabei einer klaren Hierarchie, um keine versteckten Baustellen zu übersehen.
1. Die systematische Befundung
Der erste Blick gilt den Lücken (fehlende Zähne), gefolgt von einer detaillierten Bewertung aller endodontisch versorgten Zähne. Hierbei prüfen wir die Homogenität und Länge der Wurzelfüllungen. Besonderes Augenmerk liegt auf apikalen Verschattungen, die auf chronische Entzündungsprozesse hindeuten.
Fallbeispiel: Oft zeigt sich ein diffuses Bild: inhomogene Wurzelfüllungen und chronische Veränderungen, die bis in die Kieferhöhle ausstrahlen können (odontogene Sinusitis). Auch degenerative Veränderungen am Kiefergelenk fallen oft auf – diese dokumentieren wir bei beschwerdefreien Patienten jedoch primär als Nebenbefund.
2. Die Philosophie: Nachhaltigkeit statt „Flickwerk“
Mein Credo lautet: Festsitzender Zahnersatz und langfristige Stabilität. Wahre Wirtschaftlichkeit erreichen wir nicht durch günstige Kompositfüllungen, sondern durch konsequente Versorgung mit Keramikinlays und Kronen. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche: Im Seitenzahnbereich sanieren wir oft bis zum ersten Molaren (6er), da hier die Funktion die Ästhetik überwiegt.
3. Der operative Ablauf
Die Sanierung gliedert sich in eine logische Abfolge:
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Sanierungsphase: Entfernung nicht erhaltungswürdiger Zähne und ggf. Ridge Preservation (Knochenaufbau).
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Endodontische Korrektur: Wurzelspitzenresektionen mit retrograder Füllung und die Versorgung revidierter Zähne mit stabilisierenden Stiften.
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Prothetische Phase: Eingliederung von Keramikversorgungen (Einzelkronen oder Brücken im Seitenzahnbereich).
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Implantologische Finalisierung: Im sichtbaren Bereich setzen wir auf Implantate mit individuell gestalteten Zirkonoxidkronen für höchste ästhetische Ansprüche.
Fazit: Das Maßgeschneiderte Konzept
Jede Planung ist so individuell wie der Patient selbst. Budget, Alter, Konstitution und die persönlichen Wünsche des Patienten sind die Leitplanken, innerhalb derer wir ein maßgeschneidertes, langlebiges Therapiekonzept entwickeln.
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