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Herr Konrad und die frischen Fische – diese Geschichte hätte viele Überschriften verdient, denn sie berührt zahlreiche Themen. Persönliche Erzählungen vermeide ich in meinen Videos meistens, aber heute bildet diese Geschichte den Ausgangspunkt für grundlegendere Überlegungen.

Die Welt nur aus Erzählungen beurteilen?
Kürzlich hatte ich Diskussionen auf Facebook und YouTube mit Nutzern, die der Meinung waren, man könne die Welt allein vom Computer aus oder nur auf Basis von Erzählungen beurteilen. Genau darum geht es in diesem Beitrag: Ist das möglich? Oder erfahren wir die Welt erst dann wirklich, wenn wir uns selbst hineinbegeben?

Sympathie und Kommunikation
Wenn wir mit jemandem sprechen, empfinden wir entweder Sympathie oder Antipathie. Meistens hören wir nur denjenigen zu, die wir sympathisch oder interessant finden. Doch dabei ignorieren wir oft die entscheidenden Fakten. Sympathie empfinden wir meist nur deshalb, weil die Bilder im Kopf des anderen unseren eigenen Erfahrungen ähneln.

Kommunikation funktioniert durch den Austausch von ‚Worthülsen‘ – wir kleiden unsere Gedanken in Worte, in der Hoffnung, beim Gegenüber ähnliche Bilder zu erzeugen. Treffen wir jedoch auf einen Menschen, der völlig andere Erfahrungen gemacht hat und in einer ganz anderen Welt aufgewachsen ist, erzeugen seine Worthülsen Bilder, die uns fremd sind. Darauf reagieren die meisten Menschen mit Ablehnung, statt mit Neugier.

Erfahren statt Urteilen
Um die Welt zu verstehen, müssen wir uns auf sie einlassen – doch dafür müssen wir Hürden überspringen. Wir müssen bereit sein, uns fremden Bildern und Erfahrungen zu öffnen. Herr Konrad und seine frischen Fische stehen symbolisch für genau diese Erkenntnis: Wer die Welt nur vom Schreibtisch aus beurteilt, verpasst die wesentlichen Zusammenhänge.