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Warum ich „meine“ Patienten nicht „führe“.

In der Medizin sprechen wir oft von Patientenführung. Ich sage: Vergessen wir das. Wer die Evolution des Menschen versteht, weiß, dass wir nicht zum Geführtwerden gemacht sind.

Wir werden als Originale geboren…

Die Wissenschaft zeigt: Wir sind von Natur aus altruistisch und voller Tatendrang. Doch dann kommt das System. In der Schule wird uns beigebracht, dass andere besser über uns Bescheid wissen als wir selbst. Wir werden darauf konditioniert, auf den „Experten“ zu hören – sei es der Lehrer, der Chef oder eben der Arzt.

…und als Kopien behandelt.

Hier liegt die Gefahr meines Berufsstandes. Ein Patient kommt oft verunsichert in die Praxis. Nutze ich dieses Gefälle aus, um meine Umsätze zu steigern, oder begegne ich ihm als Mensch? Macht ist ein schlechter Ratgeber für das eigene Glück.

Information statt Druck

Wahre ärztliche Kunst bedeutet, den Patienten zu befähigen, selbst zu entscheiden. Das ist anstrengender als ein Rezeptblock oder ein schneller Eingriff. Aber es ist der einzige Weg, der Sinn stiftet. Auf Kongressen sieht man oft die Porsche-Fahrer mit leeren Blicken. Sie haben den Profit gewonnen, aber die Verbindung zum Menschen verloren.

Es geht nicht darum, was wir am Handgelenk tragen, sondern wie wir unserem Gegenüber in die Augen schauen. Was ist Ihr Weg? 😉