Seite wählen

Unsere Gedanken sind emotional, doch unsere Sprache ist abstrakt. In dem Versuch, unsere inneren Erlebnisse zu teilen, greifen wir zu Worthülsen und reichen sie unserem Gegenüber, in der Hoffnung auf Resonanz. Doch Worte sind keine exakten Kopien unserer Gefühle; sie lösen bei jedem Menschen – basierend auf dessen eigener Geschichte – andere Bilder aus. Der Streit um diese Inhalte ist der Ursprung vieler Konflikte. Erst wenn wir diesen destruktiven Prozess, den man uns schon in der Schule als ‚Diskussion‘ oder ‚Wettbewerb‘ beigebracht hat, durchschauen, können wir das Leid beenden.

Unsere gesamte Zivilisation basiert auf Kooperation. Kein Mensch könnte für sich allein die Infrastruktur schaffen, die uns heute trägt – vom täglichen Brot bis zum modernen Straßennetz. Dennoch verfangen wir uns im Kleinkrieg um Begriffe.

Aber: Verhalten ist formbar. Wenn Raubtiere und Beutetiere in friedlicher Eintracht zusammenleben können, wie wir es in unzähligen Aufnahmen sehen, dann besitzen auch wir die Freiheit, unsere konditionierten Reflexe abzulegen und zu einem echten Miteinander zu finden.


Einfach nur durch reden, so werden wir bewußter …